Schutzkonzept

Pfadfinderbildungsstätte Sager-Schweiz e.V.
in Zusammenarbeit mit dem
Verband Christlicher Pfadfinder*innen Bezirk Oldenburg
und der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg

Stand: 03.2026

Leitbild

Die Pfadfinderbildungsstätte Sager Schweiz ist ein Ort der Begegnung für Kinder- und Jugendgruppen sowie Schulklassen. Dabei ist sie den Grundsätzen der internationalen Pfadfinder*innenbewegung, der Evangelischen Jugend sowie „Aufgabe und Ziel“ des Verbands Christlicher Pfadfinder*innen (VCP) verbunden. Da die Hälfte der korporativen Mitglieder des Vereins „Pfadfinderbildungsstätte VCP-Bezirk Oldenburg e. V.“ aus dem VCP Bezirk Oldenburg gewählt werden, stellen auch die Ordnungen des VCP sowie des VCP Bezirk Oldenburg eine Leitlienie für die PBS dar. Als Mitglieder des Vereins und Mitarbeitende In der PBS ist es unser Ziel, Zusammenkünfte zum Zwecke der außerschulischen Bildung junger Menschen zu fördern. Dazu gehören auch die Oldenburger Klassentage, Jugendleiter*innenschulungen sowie Freizeit- und Erholungsmaßnahmen.

Wir möchten, dass die PBS ein sicherer Raum ist, in denen alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen frei von Gewalt, Angst und Diskriminierung miteinander leben, lernen und wachsen können. Das ist die Grundlage für unser Schutzkonzept: Wir hören einander zu, Respektieren Grenzen und übernehmen Verantwortung für unsere Nächsten. Jede*r soll die Möglichkeit haben, sich einzubringen, Sorgen zu äußern und Hilfe zu finden.

Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gehört für uns auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Nikotin, Alkohol sowie anderen Drogen und Suchtmitteln. Des Weiteren gehört die Digitale Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen dazu. In erster Linie ist die Pfadfinderbildungsstätte ein Ort, in der Gemeinschaft in der Gruppe erlebbar wird.

Unsere Arbeit in der PBS und bei den Oldenburger Klassentagen verstehen wir auch als politisches Handeln. Wir leisten einen Beitrag zu mehr Demokratie, Mitbestimmung und sozialer Gerechtigkeit. Wir stärken Kinder und Jugendliche darin, ihre Rechte zu kennen, ihre Interessen in Solidarität mit
anderen zu vertreten und achtsam mit sich selbst und ihren Mitmenschen umzugehen. Wir sind überzeugt: Schutz ist eine gemeinsame Aufgabe. Deshalb arbeiten wir in der PBS und den Oldenburger Klassentagen mit dem VCP, der Evangelischen Jugend und weiteren Jugendverbänden zusammen. Jeder Mensch ist Gottes Geschöpf und wertvoll. Aus dieser Überzeugung heraus möchten wir eine Kultur der Achtsamkeit, des Respekts und des Friedens zu fördern.

Verhaltenskodex

Ampel für alle Menschen auf dem Gelände der PBS inklusive unserer Gastgruppen

• Nacktheit außerhalb der Schlaf- und Sanitärräume
• Berührungen im Intimbereich, am Po, an der Brust
• Verbale & körperliche Gewalt
  – Rassistische & sexistische Äußerungen (auch Witze)
  – Blicke & Bilder
  – Jede Form von Diskriminierung
  – Herablassende Äußerungen
• Aufdringlicher Körperkontakt, Umarmungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen aus der Initiative von Erwachsenen
• Küssen und Zärtlichkeiten mit und vor Minderjährigen
• Vorführen von Personen insbesondere vor Gruppen
• Bemerkungen übers Aussehen
• Anzügliche, beleidigende und respektlose Äußerungen
• Andere ohne deren Zustimmung mit einem Kosenamen ansprechen
• Andere nach sexuellen Erfahrungen ausfragen
• Alkoholkonsum unter 16 Jahren, Ausschank von Alkohol an Jüngere
• Der Konsum von Cannabis
• Geheimnisse zwischen Minderjährigen und Erwachsenen
• Waschraum betreten, wenn die Duschampel auf „niemand“ steht
• Andere Leute gegen ihren Willen auf der Toilette beobachten
• Den außenliegenden Sichtschutz an den Verandatüren von außen öffnen
• Nikotinkonsum unter 18 Jahren, Bereitstellung von nikotinhaltigen Produkten an Minderjährige
• Rauchen außerhalb der Raucherecke
• Bilder anderer Personen ohne ihr Einverständnis ins Netz stellen oder teilen
• Fotografieren von anderen Personen insbesondere von Minderjährigen ohne deren explizites Einverständnis

• Körperkontakt zwischen Erwachsenen und Teilnehmenden bei Gruppenspielen
• Berührungen im Bereich von Gesicht, Haaren, Bauch und Taille
• Notwendige Berührungen in Spielen nur an Armen und Schultern
• Nur mit Unterwäsche bekleidete Personen außerhalb der Schlaf- und Sanitärräume

• Umarmungen zwischen zwei Erwachsenen bei gegenseitigem Einverständnis
• Umarmungen von Erwachsenen und Minderjährigen aus der Initiative der minderjährigen Person mit Einverständnis des Erwachsenen
• Duzen
• Ernstnehmen und wertschätzen der Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse von allen Menschen
• Nur Ja heißt Ja: Jede Form von Körperkontakt nur im gegenseitigen Einverständnis
• Nein-Regel: Jede Person darf nein sagen, wenn sie sich unwohl fühlt und es wird immer ernst genommen (auch auf non-verbale Signale achten)
• Jeglicher Form von Entwürdigung, Ausgrenzung und Abwertung entgegentreten
• Selbst entscheiden, ob und wem man sich beim Duschen zeigen will
• Duschampel benutzen
• Anklopfen, bevor man einen Schlafraum betritt

Ergänzende Ampel für Mitarbeitende der PBS und der Oldenburger Klassentage

• Diskutieren des eigenen Privatlebens vor und mit Teilnehmenden

• Festziehen der Klettergurte durch Teammitglieder nur nach Absprache mit der teilnehmenden Person
• Erwachsene vermeiden 1 zu 1 Situationen mit Minderjährigen (wenn nicht vermeidbar, anderes Teammitglied informieren)

• Authentisches, aber reguliertes Zeigen von Emotionen
• Grundsatz der Freiwilligkeit: Jede Person darf sich nach Absprache aus dem Programm rausnehmen, wenn sie sich unwohl fühlt
• Komische Situationen im PBS-Team ansprechen
• Sensibilisierung der Teilnehmenden zu Beginn einer Veranstaltung für den Umgang mit Bildaufnahmen und Social Media

Potenzial- & Risikoanalyse

Für alle Menschen auf dem Gelände der PBS inklusive unserer Gastgruppen

Örtliche Begebenheiten

Auf dem Gelände der PBS befindet sich ein Gästehaus, in dem Gruppen und Schulklassen gemeinsam Schlafen, Essen und Leben. Darüber hinaus gehören eine Zeltwiese mit entsprechender Küche und Sanitäranlagen, das naheliegende Naturparkhaus Wachtberg sowie mehrere Waldstücke in der Nähe zur Pfadfinderbildungsstätte Sager Schweiz.
Es gibt im Erdgeschoss zwei Gruppenwaschräume, jeweils einen für Jungen bzw. Männer und einen für Mädchen bzw. Frauen. In diesen Räumen ist der Toilettenbereich von dem Waschbereich räumlich durch einen Vorhang getrennt. Die Duschen sind zusätzlich mit einem weiteren Vorhang vom Waschbereich
getrennt. Bei den Mädchen gibt es auf der Seite des Vorhangs bei den Toiletten ein eigenes Waschbecken. Zusätzlich zu den Gruppenwaschräumen gibt es noch zwei einzelne Badezimmer, eins mit Dusche im Obergeschoss und eins ohne Dusche im Erdgeschoss, damit die Gruppen weitere Aufteilungen der Sanitärsituation, z. B. für Leitungen oder nicht-binäre Personen, vornehmen können.
In dem Gästehaus gibt es im Obergeschoss Gruppenschlafräume mit unterschiedlichen Bettenanzahlen. Diese sind nicht abschließbar, was mit sich bringt, dass alle Personen jederzeit die Möglichkeit haben, alle Zimmer zu betreten. In einigen Zimmern gibt es eine Tür zur Veranda nach draußen. Vor dieser Tür ist ein Sichtschutz ins Zimmer angebracht, der sich aber problemlos von außen öffnen lässt.
Für Gruppen, die auf dem Gelände zelten, gibt es im Außenbereich zwei Gruppen-Sanitärräume ähnlich wie im Haus. Dort gibt es die Möglichkeit, die vordere Dusche als Umkleide zu benutzen. Die vordere Dusche ist durch einen Vorhang von der hinteren Dusche getrennt. Die hintere Dusche ist durch einen Vorhang von der vorderen Dusche getrennt. Die einzelnen Toilettenkabinen in den Gruppensanitärräumen sind zwar abschließbar und durch einen
Sichtschutz abgetrennt, sie sind aber kein eigenständiger Raum, sodass die Möglichkeit besteht, über oder unter den Sichtschutz in die Toilettenkabine zu schauen. Auf dem Gelände der PBS gibt es viele dunkle Ecken, in denen sich Menschen unwohl fühlen können.

Erweitertes Führungszeugnis

Als Team der Pfadfinderbildungsstätte haben wir keinen Einfluss darauf, ob Mitarbeitende unserer Gastgruppen ein erweitertes Führungszeugnis bei ihrem Träger vorgelegt haben. Da es aber eine gesetzliche Verpflichtung dazu in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gibt, gehen wir davon aus, dass alle Leitungspersonen auf unserem Gelände überprüft wurden.

Ergänzend für Programme der PBS und die Oldenburger Klassentage

Örtliche Begebenheiten

In den Waldstücken der PBS, das sich in der Nähe des Hauptgeländes befindet, gibt es die Möglichkeit, eine Waldtoilette zu errichten. Diese soll mit einem Sichtschutz sowie einem Schild, das anzeigt, ob besetzt ist, ausgestattet werden, damit die Person, die die Toilette benutzt, nicht gestört wird. In der Nähe eines Waldstückes befindet sich außerdem das zur Pfadfinderbildungsstätte gehörende Naturparkhaus Wachtberg, das mit Tagestoiletten ausgestattet ist, die während der Waldprogramme genutzt werden können.

Pädagogisches Arbeiten

Ein wesentlicher Bestandteil unseres Programms sind erlebnispädagogische Aktionen und gruppendy namische Spiele. Dazu gehören auch Gruppenspiele mit Körperkontakt, bei denen manchmal nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch Betreuer*innen mitspielen. Das oben genannte Waldstück für Programm mit Kindergruppen ist sehr weitläufig. Nicht alle Bereiche sind immer einsehbar.
Ein Hauptprogrammpunkt der Angebote in der PBS ist das Klettern. Beim Anlegen der Klettergurte werden die Teilnehmenden in der Regel von Personen aus dem Team oder anderen erwachsenen Begleitpersonen unterstützt. Dabei kann es zu unerwünschten Berührungen durch die Erwachsenen
kommen.

Beteiligungskultur und Beteiligungsklima im Alltag

Für alle Menschen auf dem Gelände der PBS inklusive unserer Gastgruppen

Beteiligung und Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist uns wichtig. Deshalb bitten wir unsere Gastgruppen, ihre Angebote partizipativ zu gestalten. Dazu gehört z. B. bei der Einteilung der Schlafsituation darauf zu achten, dass keine Person mit jemandem in einem Zimmer oder Zelt schlafen muss, mit dem die Person das nicht möchte.

Ergänzend für Programme der PBS und die Oldenburger Klassentage

Die Kinder und Jugendlichen werden bei der Mitgestaltung der Gruppe und der Äußerung ihrer Meinung von uns begleitet. Bei der Begrüßung werden die Gruppenmitglieder über ihr Recht und ihre Möglichkeiten zu partizipieren informiert. Einen wichtigen Teil der Partizipation bildet der Grundsatz der Freiwilligkeit. Das heißt, dass alle Teilnehmenden zu jedem Zeitpunkt des Tages die Möglichkeit bekommen, sich aus den Gruppenaktivitäten rauszunehmen, wenn sie sich unwohl fühlen.
Wir bemühen uns, mit den Gruppen zusammen gesundes und leckeres Essen zu kochen. Falls eine Person das Essen nicht mag, bemühen wir uns um andere Regelungen.
Wenn eine Person im Wald zur Toilette muss, werden ihr vom Team verschiedene Optionen aufgezeigt, zwischen denen sie wählen kann.

Beschwerdewege und Ansprechpersonen

Auch wenn es komisch klingt: Wir freuen uns über Beschwerden. Sie helfen uns, blinde Flecken zu sehen und unser Schutzkonzept zu verbessern. In der Pfadfinderbildungsstätte Sager Schweiz und auf den Oldenburger Klassentagen kennen alle Mitarbeitenden die Beschwerdewege und Ansprechpersonen. Es ist uns wichtig, dass sich unsere Gäst:innen und Mitarbeitenden wohlfühlen. Deshalb möchten wir uns stetig verbessern. Die Gastgruppen werden vom Team der PBS aktiv auf die Beschwerdewege und Ansprechpersonen hingewiesen. Es gibt sowohl die Möglichkeit, einen Beschwerdebogen auszufüllen, als auch die Ansprechpersonen direkt zu kontaktieren. Alle Beschwerden, die bei uns eingehen, nehmen wir ernst.

Die Ansprechpersonen für Beschwerden sind:
Dirk von der Heide (Hausleitung):
Kathi Uecker (Oldenburger Klassentage):

Schulungen und Personalverantwortung

Schulungen

Alle PBS-Mitarbeitenden und Teamkreismitarbeitenden müssen einmalig an einer halbtägigen Schulung über dieses Schutzkonzept teilnehmen. Alle kirchlich angestellten pädagogischen Mitarbeitenden nehmen verbindlich alle zwei Jahre an einem Kindeswohl-Fachtag der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg teil.
Durch die Schulungen sollen die Sensibilität und Aufmerksamkeit für das Thema Kindeswohl/ Prävention (sexualisierter) Gewalt gefördert werden. Dabei sollen die Mitarbeitenden Sicherheit und Know-how erlangen und ihr eigenes Handeln reflektieren.
Es findet jährlich zu Beginn eines Freiwilligenjahres eine halbtägige Schulung im Bereich Kindeswohl und Prävention statt. Dabei kann mit dem Vertrauenspersonenteam des VCP Land Niedersachsen, einer externen Person des Schulungsteams des VCP Bezirk Oldenburg oder einer*m Multiplikator*in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg nach dem Schulungsstandard hischauen – helfen – handeln zusammengearbeitet werden.

Nach der Fertigstellung werden die PBS-Mitarbeitenden sowie Teamkreismitarbeitenden im Rahmen einer Schulung in das Schutzkonzept eingewiesen. In Ausnahmefällen kann eine eigenständige Einarbeitung genehmigt werden, die Schulung im darauffolgenden Jahr nachgeholt werden.

Personalverantwortung

Im Programmbereich der PBS und für die Oldenburger Klassentage sind viele Personen mit unterschiedlichen Anstellungen tätig. Zum einen gibt es das Team der PBS, das größtenteils über den PBS e. V. eingestellt ist. Zum anderen gibt es die Bildungsreferent*innen für die Oldenburger Klassentage und den VCP mit kirchlicher Anstellung. Darüber hinaus gibt es viele Teamer:innen, die auf Honorarbasis im Programmbereich mitwirken. Es ist wichtig, dass das Personal ausreichend über den Schutz vor sexualisierter Gewalt und die Prävention informiert und geschult sind.
In Stellenbesetzungsverfahren gibt es daher immer einen Hinweis auf die Verpflichtung, ein Führungszeugnis mit Vertragsunterschrift vorzulegen. Außerdem gibt es einen Hinweis darauf, dass sich die PBS und ihre Mitarbeitenden aktiv gegen Gewalt einsetzen. Darüber hinaus müssen alle Mitarbeitenden
erwartet die Selbstverpflichtungserklärung zur Einhaltung des Schutzkonzeptes unterschreiben.
Sowohl vor einer Einstellung im PBS-Team als auch im Vorfeld einer Mitwirkung im Teamkreis gibt es ein Gespräch zwischen den zuständigen Mitarbeitenden der PBS und den möglicherweise zukünftigen Mitarbeitenden. In diesem Gespräch wird auf die Verpflichtungserklärung, auf das Schutzkonzept und auf das benötigte Führungszeugnis hingewiesen. Außerdem wird auf das Selbstverständnis eines aktiven Einsatzes gegen Gewalt hingewiesen.
Das erweiterte Führungszeugnis muss alle fünf Jahre von allen Mitarbeitenden bei der Leitung der PBS vorgezeigt werden.

Krisenplan

Das Wichtigste ist: Bewahre Ruhe und suche unmittelbar Austausch und fachliche Unterstützung. Unreflektierte Aktionen können unkalkulierbare Folgen für das Kind haben.

Bewahre Ruhe!

• Bewahre Ruhe und höre empathisch und offen zu. („Ich glaube dir. Du bist daran nicht schuld. Es ist gut und mutig, dass du das berichtest.“)
• Überdenke deine nächsten Schritte, da überstürzte und unüberlegte Handlungen die Situation verschlimmern könnten.
• Hole dir zeitnah persönliche oder telefonische Beratung – vertraulich und kostenlos z.B. im Kinderschutz-Zentrum Oldenburg oder bei insofern erfahrenen Fachkräften zu dem Thema in deiner Region.
• Suche dir Unterstützung auch im Team (entlastende Gespräche mit Kolleg*innen des Vertrauens), trage deine Vermutung nicht nach außen.
• Sammle und sortiere Informationen/Beobachtungen.

• Achtung bei innerfamillärer sexueller Gewalt: trag deine Vermutung nicht an Bezugspersonen heran, wenn du dir nicht sicher bist, ob diese das Kind ausreichend schützen (Beteiligung im Missbrauchssystem), hole dir umgehend Beratung.
• Auch bei sexueller Gewalt durch Kinder/Jugendliche: Schütze das betroffene Kind durch Beobachtung deinerseits oder, wenn möglich, Trennung des Kontaktes zum übergriffigen Kind oder Jugendlichen.
• Bei der Vermutung, dass ein*e Mitarbeiter*in sexuelle Gewalt ausgeübt hat, muss die Leitung eingeschaltet werden.

• Lobe das Kind und bestärke es für den Mut. „Es ist richtig, dass Du Dich mir anvertraust, das ist kein Petzen…“
• Mach schützende Bezugs- und Vertrauenspersonen für das Kind bzw. die*den Jugendlichen intern bzw. extern ausfindig.
• Intensiviere den Kontakt zum Kind/Jugendlichen und stärke die Vertrauensbeziehung wenn dir das persönlich möglich ist, sonst suche im Team eine andere Vertrauensperson für das Kind/den Jugendlichen.
• Greife Gesprächsangebote des Kindes/Jugendlichen aufmerksam auf – aber initiiere keine Befragung. Vermeide Fragen, auf die es nur eine richtige Antwort gibt (z. B. ja oder nein) und nimm den Druck heraus.
• Wahre einen geschützten Rahmen für ein Gespräch – höre zu.
• Sichere deine Hilfsbereitschaft zu. Stelle Verbindlichkeit her: „Ich helfe Dir…!“ Hole dir sofort Unterstützung. Das musst du auch dem Kind/Jugendlichen gegenüber sagen, wenn es sich dir offenbart: „Ich möchte mich mal mit jemandem besprechen, der viel Erfahrung und vielleicht noch gute Ideen hat. Ist es OK, wenn wir uns „dann und wann“ wieder treffen und ich dir davon berichte?“

• Glaube dem Kind bzw. der*dem Jugendlichen auch wenn sie*er loyal dem*der Beschuldigten gegenüber ist.
• Signalisiere, dass er*sie keine Schuld hat. Mach keine vorschnellen Versprechungen – nur die, die du halten kannst.
• Agiere nach Möglichkeit nicht über den Kopf des Kindes/Jugendlichen hinweg, sondern beziehe sie*ihn altersgemäß in die Entscheidung mit ein.
• Knüpfe an Ressourcen an – Was könnte dem Kind/der*dem Jugendlichen gut tun?

Liste mit Ansprechpersonen

Allgemeine Ansprechstellen

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch
Telefon: 0800 2255-530 (bundesweit kostenlos über Handy und Festnetz)
Nummer gegen Kummer Kinder- und Jugendtelefon
Telefon: 116 111 (Telefonische Beratung, montags bis samstags von 14 Uhr bis 20 Uhr. Anonym und kostenlos in ganz Deutschland.)
Internetberatung: https://www.nummergegenkummer.de/onlineberatung/#/
Zartbitter e.V. Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch
E-Mail:
Internet: https://www.zartbitter.de

Regionale Ansprechstellen

Das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg – Vertrauensstelle Benjamin e. V.
Friederikenstraße 3, 26135 Oldenburg
Telefon: 0441/17788
E-Mail:
Internet: https://www.kinderschutz-ol.de/
Wildwasser (nur Mädchen + Frauen)
Telefon: 0441 16656
Internet: https://www.wildwasser-oldenburg.de
Jugendamt Kreishaus
Delmenhorster Straße 6, 27793 Wildeshausen
Telefon: 04431 85-0
Telefax: 04431 85-200
E-Mail:
Psychologische Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche und Erwachsene
Mühlendamm 1, 27793 Wildeshausen
Telefon 04431-92047
E-Mail:

Ansprechstellen für VCP und PBS

Vertrauenspersonenteam des Verband Christlicher Pfadfinder*innen (VCP) Land Niedersachsen
Internet: https://www.vcp-niedersachsen.de/kontakt/vertrauenspersonen/

Kirchliche Ansprechstellen für die Oldenburger Klassentage

Zentrale Anlaufstelle.help
Unabhängige Information für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und der
Diakonie. Terminvereinbarungen für telefonische Beratungen sind möglich montags von 16:30 bis 18:00
Uhr sowie Dienstag bis Donnerstag von 10:00 bis 12:00 Uhr.
Telefon: 0800 5040 112 (Telefonische Beratung, Anonym und bundesweit kostenlos)
E-Mail:
Internet www.anlaufstelle.help
Beraterinnen für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg
Gina Beushausen
Philosophenweg 1, 26121 Oldenburg
Telefon: 0441 7701-133
E-Mail:
Nadine Schlie
Philosophenweg 1, 26121 Oldenburg
E-Mail:

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